Du warst mit deinem Hund im Zürichberg oder am Sihlwald spazieren — und jetzt fragst du dich, ob du auf Zecken achten solltest. Die Antwort ist: ja, und zwar von März bis November, eigentlich überall im Kanton.
Hier erfährst du, was Zecken für Hunde in der Schweiz bedeuten, wo das Risiko am grössten ist, und was du konkret tun kannst, um deinen Hund zu schützen.
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Quiz starten →Wann und wo sind Zecken in der Schweiz aktiv?
Die Zeckensaison in der Schweiz dauert von März bis November. Zwei Perioden sind besonders aktiv: April bis Mai und nochmals September bis Oktober. In milden Wintern können Zecken aber auch ausserhalb dieser Fenster aktiv sein.
Geografisch gilt: Mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin ist die gesamte Schweiz als Zeckenrisikogebiet eingestuft. Der Kanton Zürich liegt also vollständig im Risikogebiet.
Dazu kommt ein Klimaeffekt: Wegen der wärmeren Winter kommen Zecken in der Schweiz mittlerweile bis auf 2'000 Meter Höhe vor. Wer mit dem Hund auf den Uetliberg, in die Zürichbergwälder oder in die Ausläufer der Voralpen geht, sollte das ganzjährig im Hinterkopf behalten.
Laut einem Bericht im Fachmagazin CDC Emerging Infectious Diseases hat sich die zeckengeeignete Fläche in der Schweiz von rund 16 % des Landes im Jahr 2009 auf geschätzte 25 % ausgeweitet. Die Zeckenpopulation wächst — und mit ihr das Risiko.
Welche Zeckenarten gibt es in der Schweiz?
Die häufigste Art in Mitteleuropa ist Ixodes ricinus, der Gemeine Holzbock. Daneben gibt es in der Schweiz weitere medizinisch relevante Arten:
| Art | Deutscher Name | Vorkommen |
|---|---|---|
| Ixodes ricinus | Gemeiner Holzbock | Ganze Schweiz, sehr häufig |
| Dermacentor reticulatus | Buntzecke / Wiesenzecke | Wälder, Wiesen |
| Rhipicephalus sanguineus | Braune Hundezecke | Wärmer, mediterran beeinflusst |
| Hyalomma marginatum | Mittelmeer-Hyalomma | Eingeschleppt, zunehmend |
Ixodes ricinus durchläuft drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe, adulte Zecke. In jedem Stadium braucht sie eine Blutmahlzeit von einem Wirtstier. Hunde sind als Wirte in allen drei Stadien geeignet.
Welche Krankheiten übertragen Zecken auf Hunde?
In der Schweiz sind vor allem zwei Krankheiten relevant:
Lyme-Borreliose — eine bakterielle Infektion, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Symptome beim Hund können Lahmheit, Gelenkschwellungen, Fieber und Appetitlosigkeit sein. Die Krankheit ist behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) — eine Viruserkrankung, die das Nervensystem angreift. FSME-Fälle beim Menschen in der Schweiz haben zugenommen: von 112 Fällen im Jahr 2014 auf 436 im Jahr 2024, laut Schweizer Surveillance-Daten (berichtet im CDC Emerging Infectious Diseases Journal). Ob und wie stark Hunde klinisch an FSME erkranken, ist wissenschaftlich weniger gut belegt — dein Tierarzt kann das für deinen Hund einschätzen.
Daneben können Zecken weitere Parasiten und Bakterien übertragen. Frühzeitiger Schutz ist die wirksamste Massnahme.
So schützt du deinen Hund vor Zecken
Es gibt verschiedene Produktkategorien, die Zecken abwehren oder abtöten, bevor sie Krankheiten übertragen können. Welche für deinen Hund geeignet ist, hängt von Gewicht, Alter, Gesundheitszustand und Vorlieben ab. Lass dich dazu von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt beraten — ein pauschaler Rat ist hier nicht sinnvoll.
Spot-on-Präparate werden in den Nacken aufgetragen und wirken über mehrere Wochen. Sie töten Zecken ab, bevor diese die Krankheit übertragen können.
Zeckenhalsbänder wirken langanhaltend (oft mehrere Monate) und geben den Wirkstoff kontinuierlich ab. Geeignet für Hunde, die häufig in Risikogebieten unterwegs sind.
Sprays eignen sich für gezielten Schutz, etwa vor einem Spaziergang. Sie müssen regelmässig erneuert werden und decken kürzere Zeiträume ab.
Orale Präparate werden als Tablette oder Kautablette verabreicht. Sie wirken systemisch und töten Zecken beim Blutsaugen ab.
Empfohlenes Vorgehen nach einem Spaziergang:
- Hund vollständig absuchen — besonders Kopf, Ohren, Achseln, Leistengegend, zwischen den Zehen.
- Zecke möglichst schnell entfernen. Je kürzer die Saugzeit, desto geringer das Übertragungsrisiko.
- Für die Entfernung beim Hund empfehlen wir, deinen Tierarzt zu fragen oder eine Zeckenpinzette gemäss Anleitung zu verwenden. Menschliche Entfernungsprotokolle lassen sich nicht eins zu eins auf Hunde übertragen.
- Stelle fest, wann und wo die Zecke gefunden wurde, und beobachte deinen Hund in den nächsten Wochen.
Wo im Kanton Zürich ist das Risiko besonders hoch?
Überall dort, wo es Gras, Gebüsch und Waldränder gibt. Konkret für Zürich:
- Zürichberg — dichte Waldwege, hohe Zeckendichte
- Uetliberg und Albiskette — Wanderwege durch Wiesen und Waldränder
- Sihlwald — naturnaher Auenwald, feucht und schattig (optimale Zeckenbedingungen)
- Greifensee- und Pfäffikersee-Umgebung — Seeufer mit Röhricht und Gras
- Weinland und Unterland — offene Agrarlandschaft mit Feldrändern
Kurz: fast jede hundefreundliche Gegend im Kanton Zürich hat zeckengeeignetes Terrain. Das bedeutet nicht, dass du diese Orte meiden sollst — sondern dass du immer mit dem Absuchen nach der Runde rechnest.
Auf der Züri Paw Society DogMap findest du Parks, Freilaufzonen und grüne Ausflugsorte im Kanton. Filter nach deiner Gegend und plane deinen Spaziergang — mit dem Zeckenschutz eingeplant.
Zeckenschutz als Teil der Grundausstattung
Zeckenprävention ist keine einmalige Sache. Es ist eine regelmässige Massnahme, die du als Hundehalter über die gesamte Saison hinweg einplanst.
Wenn du gerade neu dabei bist: Die Erstbesitzer-Checkliste für Zürich gibt dir einen Überblick über alles, was du in den ersten Wochen und Monaten erledigen solltest — von der Anmeldung beim Tierarzt bis zur Grundausstattung. Zeckenschutz gehört dazu.
Ein kleines, aber unverzichtbares Stück Grundausstattung ist ein richtiges Zeckenentfernungswerkzeug. Damit lässt sich eine Zecke sauber herausheben, ohne den Körper zu quetschen oder den Kopf in der Haut zurückzulassen. Mit den Fingern oder einer normalen Pinzette passiert oft genau das, was das Übertragungsrisiko erhöht.
Und wenn du wissen willst, was Zeckenschutzmittel, Tierarztbesuche und weitere laufende Kosten insgesamt ausmachen: der Artikel zu den Gesamtkosten der Hundehaltung in Zürich gibt dir realistische Zahlen.
Fazit: Einfach, aber konsequent
Zecken sind in der Schweiz weit verbreitet, die Saison ist lang, und der Kanton Zürich liegt mitten im Risikogebiet. Das klingt bedrohlich — ist es aber nur, wenn du gar nichts tust.
Der praktische Schutz ist überschaubar:
- Geeignetes Schutzmittel wählen (mit Tierarzt absprechen)
- Nach jedem Spaziergang absuchen
- Symptome kennen und ernst nehmen
Damit hast du das Wichtigste abgedeckt.

